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09.01.2018 00:00
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Georg Folian: Warimpex liegt mir am Herzen – und aber auch auf der Geldbörse

Wenige Tage vor seinem freiwilligen Ausscheiden zu Jahreswechsel aus dem Warimpex-Vorstand traf sich der langjährige CFO Georg Florian mit dem Börse Express. Warf einen Blick zurück, aber auch noch vorne.

Georg Folian
© BE / Draper
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BÖRSE EXPRESS: Mit welchem Gefühl blicken Sie nach 30 Jahren als Warimpex-Vorstand Ihrem letzten Arbeitstag entgegen?

GEORG FOLIAN: Mit einem sehr guten: die Firma ist gut aufgestellt, es geht ihr gut – die Mannschaft ist motiviert – ich übergebe an die Jugend – perfekt. 70 ist ein Alter, wo man noch bei halbwegs vollem Bewusstsein abtreten kann – und es ist besser man tritt selbst ab, als man wird abgetreten.

BÖRSE EXPRESS: Neben Warimpex begleitete Sie auch die bildende Kunst Zeit Ihres Lebens. Wird dieses Engagement nun forciert? (Anm. Als Sponsor unterstützt Georg Folian seit 2016 den Kunstraum Nestroyhof und jährlich findet im Semper Depot eine große Ausstellung statt, die die aktuellen Arbeiten eines ausgewählten österreichischen Künstlers im Kontext seiner gesamten künstlerischen Entwicklung zeigt. Diese Ausstellungen werden jeweils mit einem umfangreichen Katalog dokumentiert)

GEORG FOLIAN: An meinem jetzigen Engagement wird sich nichts ändern. Ich möchte Künstler fördern, aber nicht mit Ankäufen, sondern einer Ausstellungs-Organisation. Davon haben wesentlich mehr Leute etwas, als wenn etwa ich mir das Gemälde zu Hause aufhängen würde.

BÖRSE EXPRESS: Gegründet wurde Warimpex ursprünglich als Waren Im- und Export-Gesellschaft, was noch im Namen steckt. Wie kam es, den Geschäftsfokus von stark mobilen Geschäften in das Gegenteil, immobile Geschäfte zu drehen?

GEORG FOLIAN: Ursprünglich lieferte Warimpex viele Produkte etwa für Hotelbauten und hatte sich bei der staatlichen ungarischen Einkaufsgesellschaft einen guten Namen gemacht. Als es Anfang der 1980er-Jahre zum ersten österreichischen Kredit für den Ausbau touristischer Infrastruktur – damals über 300 Millionen US-Dollar – in Ungarn gab, war genau diese Einkaufsgesellschaft mit der Abwicklung betraut. Wir wurden gefragt, ob wir nicht gleich für ein ganzes Hotel-Projekt anbieten möchten, gewannen die Ausschreibung, erfüllten den Auftrag zur Zufriedenheit des Kunden, dieser empfahl uns der tschechischen staatlichen Einkaufsgesellschaft weiter und so begann der Umstieg ins Immobile, wie Sie sagen.

BÖRSE EXPRESS: Sie verkauften heuer Ihre Anteile an Vienna House (Anm. früher Vienna International Hotelmanagement), gab bzw. gibt es auch Überlegungen, Ihre Warimpex-Anteile zu verkaufen?

GEORG FOLIAN: Nein – dazu vielleicht zur Vorgeschichte: Mit Vienna House wollten wir eine große österreichische Hotelmanagementgesellschaft schaffen. Was auch gelang und viel Interesse großer internationaler Namen weckte. Warimpex selbst nutzte Vienna House für das Management des Großteils unserer Hotels – womit wir sehr zufrieden waren, uns aber damit in eine gewisse Zwickmühle brachte: Denn ein neuer Betreiber könnte uns hierbei theoretisch rasch Probleme bereiten. Also entschlossen wir uns zu einer Art Paket-Verkauf. Und Vienna House bekommt nun zusätzlich die Möglichkeit, nach Asien zu expandieren – und bekommt in Europa mehr Häuser als bisher verantwortet.

Warimpex soll sich weiter entwickeln. Unser Geschäft ist die Entwicklung neuer Projekte, diese langfristig auszufinanzieren, langfristig zu bewirtschaften und wenn der Preis einmal stimmt, wird verkauft. Zum Börsegang 2007 sagten wir, dass auf einen Verkauf zwei bis drei Neuprojekte kommen …

BÖRSE EXPRESS: … gilt das heute auch noch – die Preise haben sich seit damals auf allen Ebenen verändert?

GEORG FOLIAN: Zehn Jahre war es nicht so, jetzt wieder schon.

Abschließend zur Frage des Anteilsverkaufs: Warimpex liegt mir am Herzen – und aber auch auf der Geldbörse: daher ist es wichtig, dass Dividenden gezahlt werden.

BÖRSE EXPRESS: Hätten Sie die 70 auch ohne den heurigen Hotel-Portfolioverkauf zum Rückzug aus dem operativen Geschäft genutzt?

GEORG FOLIAN: Höchstwahrscheinlich nein. Es ist einfacher ein gut funktionierendes Unternehmen zu übergeben, als eines, bei dem an mehreren Schrauben zu drehen ist.

BÖRSE EXPRESS: Ihnen folgt Ihr Sohn Daniel Folian als CFO. Alexander Jurkowitsch, Sohn von CFO Franz Jurkowitsch sitzt ebenfalls im Vorstand. Wo ziehen Sie die Grenze zwischen Familien- und börsenotiertem Unternehmen. Und sehen Sie in dieser – Ihrer – Konstellation Vorteile, da vielleicht eher an einem Strang gezogen wird, als wenn externe Manager die Unternehmensgeschicke leiten?

GEORG FOLIAN: Es ist etwa 50/50 – Hälfte Familie, Hälfte Streubesitz, mit ein paar großen polnischen Pensionsfonds. Ich hätte auch nichts dagegen, auf 25 bis 30 Prozent zu gehen – neue Aktionäre bringen meistens neue Ideen.

Familienunternehmen sind eher auf Langfristigkeit und Stabilität ausgerichtet, im Gegensatz zum klassischen börsenotierten Unternehmen, das auf Schnelllebigkeit ausgerichtet ist, nur der Augenblick ist wesentlich.

Ich glaube, dass der Mix aus Börse und Familie ein gesunder ist – vielleicht ist mit ein Zeichen dafür, dass die Mitarbeiter-Fluktuation bei uns sehr gering ist.

BÖRSE EXPRESS: Das Geld aus dem Vienna House-Verkauf könnten Sie nutzen, um die unter Buchwert notierende Warimpex-Aktie von der Börse rückzukaufen. Gibt es Überlegungen in diese Richtung?

GEORG FOLIAN: Nein.

BÖRSE EXPRESS: Was macht man sonst im aktuellen Niedrigzinsumfeld mit so viel Geld?

GEORG FOLIAN: Ich habe meine Investitionen mit sehr viel Fremdkapital getätigt, dieses wird jetzt abgebaut. Wirtschaftlich wäre ein Leverage zwar weiter besser, aber ich muss auch an die Zukunft meiner Erben denken. Und die Zinsen können sich sehr rapide und rasch ändern – dann sähe die Welt ganz anders aus: unbelastet schläft man ruhiger.

BÖRSE EXPRESS: Im Gegensatz zur Immofinanz bleibt Warimpex in Russland und baut das Engagement sogar aus. Was sehen Sie dort für eine Story?

GEORG FOLIAN: Es ist ein Unterschied, ob man z.B. im Bürobereich eine gut gehende Rechtsanwaltskanzlei als Mieter hat, die ihre fixierten Mieten immer und pünktlich bezahlt, oder etwa im Einzelhandelsbereich mit einer auch durch die Sanktionen gedrückten Kaufkraft konfrontiert ist, was durch den umsatzabhängigen Mietanteil zu einem Einnahmen-Entfall führt. Wenn deine Mieter dann auch noch internationale Multis sind, die mit einer Halbierung des Rubels gegen den Euro konfrontiert sind…

Für die russische Wirtschaft selbst gibt es durch die Sanktionen aber auch positive Effekte – die heimische Produktion etwa im Lebensmittelbereich stößt in die sanktionierten Bereiche hinein. Ich halte Russland für ein wirtschaftlich sehr entwicklungsfähiges Land – ein Rückzug steht bei uns somit nicht auf der Agenda.

BÖRSE EXPRESS: Es ist auffallend, dass die Warimpex-Assets im Norden Osteuropas angesiedelt sind. Ziehen Sie für diese Region damit so eine Art wirtschaftlichen Konvergenzgürtel ein.

GEORG FOLIAN: Jein. Wir arbeiten an sich nur in Ländern, in denen wir Büros und Mitarbeiter vor Ort haben. Denn wer sich mit einem Land nicht richtig beschäftigt, wird keinen Erfolg haben. Rumänien ist aber ein Markt, den wir schön langsam aufbauen. Tschechien hingegen haben wir zuletzt eher abgebaut – auch, da unser Prager Mitarbeiter bereits 70 Jahre ist und die tschechische Wirtschaft mittlerweile derart entwickelt ist, dass sie uns nicht mehr brauchen.

BÖRSE EXPRESS: Sie erwähnten die tschechische Konvergenz zu Westeuropa - wer wird das als Nächster schaffen?

GEORG FOLIAN: Ungarn und in ein paar Jahren Polen.

BÖRSE EXPRESS: Welche Entscheidung bereitete Ihnen – geschäftlich betrachtet – die größten Kopfschmerzen?

GEORG FOLIAN: Langfristig eigentlich keine – kurzfristig, als Banken bei uns unbedingt eine Zinsabsicherung wollten, wir zustimmten, was eine falsche Entscheidung war. Damals haben die Banken gut verdient.

BÖRSE EXPRESS: Welchen Ratschlag von Ihnen hätten Sie gern bereits in jungen Jahren gehabt?

GEORG FOLIAN: Pomale, pomale sagen die Tschechen dazu - es wird nie so heiß gegessen, wie’s im ersten Augenblick aussieht.

BÖRSE EXPRESS: Ein Ratschlag an die neue Regierung, der nicht nur Sie, sondern auch die nachfolgende Generation betrifft…

GEORG FOLIAN: Stabilität und Kontinuität in der Steuer- und Wirtschaftspolitik. Eine gute Idee wäre die One-Stop-Verwaltung. Und keine Neidgefühle in der Bevölkerung wecken. 

Aus dem Börse Express PDF vom 8. Jänner. Dort mit allen Charts und Grafiken. Zum Abo geht es unter http://bit.ly/byCn49 - Abonnenten haben Zugriff auf das komplette PDF-Archiv.

 
gill
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Aktienkaiser
141 Postings
seit 2017-09-15
> Warimpex - es geht aufwärts 2017-10-20 13:56:45


Eine positive Nachricht nach der anderen!!!

Der Kurs sollte davon profitieren.
Er müsste generell schon viel höher sein.

Viel Erfolg und Glück allen Investierten :-)

Aktienkaiser
141 Postings
seit 2017-09-15
>> Warimpex - es geht aufwärts 2017-10-24 14:36:47


...vielleicht die letzte Chance, so günstig einzusteigen?

Am besten sich die Mühe machen und in die Stories von Warimpex einlesen, die Aktie ist noch immer nicht dort, wo sie fairerweise sein sollte :-)

Aktienkaiser
141 Postings
seit 2017-09-15
>>> Warimpex - es geht aufwärts 2017-10-25 09:13:58



cantfindausername
323 Postings
seit 2009-02-25
>>>> Warimpex - es geht aufwärts 2017-11-21 12:46:07


wenn sie schon laufend warimpex pushen sollten sie vielleicht auch mal erwähnen was ihr kursziel ist und dieses bitte begründen... ich sehe ehrlicherweise aktuell keinen besonderen Trigger

clubberer
887 Postings
seit 2009-08-23
>>>>> Warimpex - es geht aufwärts 2017-11-21 17:25:36


Meine Sicht der Dinge:

+ hoher Abschlag zum NNNAV (ca. 38 %)
+ positive Analystenkommentare (durchschn. Kursziel 1,90)
+ Verkauf von 50 % des gesamten Immobilienportfolios in 2017
+ damit verbunden massive Schuldenreduktion und
+ für Warimpex Verhältnisse historisch hohe EK Quote (30 %)
+ Dividendenzahlung in 2018 angekündigt

- relativ marktenge Aktie, häufig kaum Umsatz
- Kurshistorie von Warimpex (seit IPO 2007) eine Katastrophe
- Abhängigkeit von Fremdwährungen (Rubel, Zloty)

Fazit: ich traue der Aktie - bei einem stabilen Marktumfeld - einen Kurs rund um 1,60 Euro zu ..

Sibelius
499 Postings
seit 2014-10-03
>>>>>> Warimpex - es geht aufwärts 2017-11-21 22:57:19


@ clubberer

1,60 € ist ja wohl keine Kunst - da würde ich mir mal etwas mehr Phantasie erwarten - so um 3,20 € zum Beispiel. Der @ Aktienkaiser pusht da doch ständig - irgendwann sollte das den Kurs dann wohl mal kräftig in die Höhe treiben.

clubberer
887 Postings
seit 2009-08-23
>>>>>>> Warimpex - es geht aufwärts 2017-11-22 06:39:26


Naja, das mögen zwar "nur" knapp 20 % auf Sicht von 12 Monaten sein .. aber damit gebe ich der Aktie deutlich mehr Potential als z.B. Zumtobel, Semperit, Verbund, ..

Den "Tenbagger" wird man im aktuellen Umfeld leider kaum noch finden ..

Aktienkaiser
141 Postings
seit 2017-09-15
>>>>>>>> Warimpex - es geht aufwärts 2017-11-27 11:08:01


Wo steht der Kurs von WARIMPEX Ende 2017?

Vielleicht schreibt jeder seinen Namen zu dieser Liste dazu, damit es am Ende eine übersichtliche Liste ist ;-)

Aktienkaiser: € 1,80

Aktienkaiser
141 Postings
seit 2017-09-15
>>>>>>>>> Warimpex - es geht aufwärts 2017-11-30 10:07:44





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Alle Kursinformationen sind nach den Bestimmungen der jeweiligen Börse mindestens 15 Minuten oder mehr verzögert. ISIN AT0000827209

 
 
 
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